Octoprint installieren

Octoprint installieren

Octoprint installieren

Octoprint installieren - Grundlagen


In diesem Artikel möchte ich dir erklären, wie du auf einem Raspberry Pi Octoprint installieren kannst. OctoPrint nutzt ein Webinterface, mit dem du ganz einfach deinen 3D-Drucker steuern und so noch mehr Komfort beim drucken mit deinem 3D-Druckers haben wirst.

Ich erkläre dir, wie du Octoprint installieren und einrichten kannst. Zuallererst musst du OctoPrint natürlich herunterladen. Das tust du auf octoprint.org/download über den Download Octopi auf der Seite.

Dadurch lädst du eine .zip-Datei herunter, die du dann benutzen wirst, um sie auf eine SD-Karte deines Raspberry Pis zu schreiben. Mithilfe des Programms Etcher schreibst du dann die .zip Datei auf die SD-Karte, die du zum starten deines Raspberry Pi mit Octoprint brauchst.

Wie das alles im Detail funktioniert, findest du auch  nochmal in meinem Raspberry-Pi-Kurs unter raspi-config.de. Nach dem Octopi Download und wählst du in Etcher die zu beschreibende SD-Karte aus, klickst auf "Flash!" und schon wird das Octopi Image auf die SD-Karte geschrieben.


Octoprint installieren - WLAN Konfiguration


Danach kannst du die SD-karte mit dem Raspberry Pi benutzen. Damit ist das Schreiben auf die SD-Karte fertig, mehr ist nicht zu tun. Jetzt musst du nur noch das WLAN von Octoprint konfigurieren. Das tust du auf deiner SD-Karte in der Datei octopi-wpa-supplicant.

Die öffnest diese Datei einfach mit einem Texteditor deiner Wahl und kannst diese Konfigurationsdatei bearbeiten. Du findest in der Zeile "ssid" und "psk" die nötigen Angaben für dein WLAN. Dort trägst du in der entsprechenden Zeile die Daten deines WLANs ein, das du mit deinem Raspberry Pi verbinden möchtest.

Nun kannst du deinen Raspberry Pi mit Octoprint in Betrieb nehmen. Ich empfehle dir das Raspberry Pi 3B Modell oder, einen 3B+ oder Raspberry Pi 4. Dann steckst du deine SD-Karte in den Raspberry Pi, verbindest das Gerät mit dem Strom und du kannst mit der weiteren Konfiguration beginnen.


Octoprint installieren -  die Weboberfläche


Über die Adresse octopi.local kannst du auf jedem beliebigen Gerät in deinem WLAN-Netzwerk auf die Octoprint Weboberfläche zugreifen. Dadurch öffnet sich der Setup-Wizard, wenn du das erste mal diese Adresse aufrufst .

Lege als erstes einen Usernamen und ein Passwort fest. Das sind deine zukünftigen Logindaten für OctoPrint, die du immer zum Anmelden benutzen musst. Wähle anschließend "Keep Access Control Enabled" aus und klicke weiter auf "Next". Dort kannst du auswählen, ob du anonymes Benutzer-Tracking erlauben möchtest oder nicht. Hier kannst du "nein" wählen.

Anschließend solltest du noch den "Connectivity Check" auswählen, also die Verbindungstests, die OctoPrint immer wieder ausführen soll. Lege ein Checkintervall fest, in dem OctoPrint die Verbindung testen soll. Außerdem kannst du hier noch auswählen, ob du eine Blacklist für das Plugin-Processing aktivieren möchtest, da du auch viele Drittanbieter-Plugins installieren kannst. Hier kannst du "ja" auswählen

Im Anschluss legst du ein "Printer Profile" fest. Gib dafür zunächst den Namen deines Druckers ein – in meinem Fall wäre das der Prusa MINI.

Mit diesen Daten wirst du jetzt fortfahren und musst als nächstes OctoPrint mitteilen, welche Daten dein 3D-Drucker hat. In diesem Falle musst du folgendes festlegen: Was ist der Formfaktor? Hast du ein beheiztes Druckbett? Und welche Größe hat dein Druckbett? Beim Prusa MINI sind das 180 mm x 180 mm x 180 mm. 


Octoprint Webcam einrichten


Für eine weitere Funktion kannst du außerdem eine Octoprint Webcam einrichten und an deinen Raspberry Pi anschließen. OctoPrint ermöglicht nämlich auch die Überwachung und Dokumentation jedes 3D Drucks per Webcam.

Damit die Octoprint Webcam erkannt wird, solltest du nach dem anschließen der OctoPrint Webcam an den USB Anschluss einmal den Raspberry Pi neu starten. Anschließend klickst du im Dashboard auf den Button "Control". Mit dem Webcam-Bild kannst du nun das System überwachen. Kompatible Octoprint Webcams findest du hier: community.octoprint.org/docs?topic=21149


Raspberry Pi Octoprint mit dem 3D Drucker verbinden


Wenn du jetzt den Raspberry Pi direkt mit dem Drucker verbindest, kannst du direkt über OctoPrint deinen 3D Druck starten. Stelle also die Verbindung per USB-Kabel vom Raspberry Pi zu deinem 3D Drucker her. Wenn du jetzt eine .gcode Datei aus der Slicer Software an OctoPrint sendest, wird diese direkt über die WLAN Verbindung an den 3D Drucker übertragen und der 3D Druck gestartet. Damit das funktioniert, musst du zuerst deine Slicer Software mit der IP-Adresse von Octoprint verbinden. Das wird in jeder Slicer Software etwas anders konfiguriert.

Schau dir nun einmal an, wie die Octoprint Oberfläche aussieht und wie du dich mit deinem 3D Drucker verbindest. Du wählst in der Octoprint Oberfläche einfach den "Serial Port" aus, klickst auf "Connect" und nach einem kurzen Moment wenn die Einstellungen geladen sind, findest du in der Grafik rechts die Temperatur des Druckbetts und auch der Düse angezeigt.


Octoprint Funktionen und Einstellungen


Unter dem Punkt "Terminal" siehst du jetzt auch die entsprechenden Ausgaben, die der Drucker an OctoPrint schickt.  Das ist für uns aber im Moment relativ uninteressant. Dort kannst du aber sehen, dass eine rege Kommunikation zwischen Octoprint und dem 3D Drucker stattfindet.

Links unten auf der Oberfläche findest du die Dateien, die du auf OctoPrint entweder manuell oder per Slicer Software zu Octoprint hochgeladen hast. Dort kannst du auswählen, dass z.B. nur die auf dem Gerät gespeicherten Druckdateien angezeigt werden sollen.

Über "Tool" im Temperature-Menü erkennst du, wie die aktuelle Düsen-Temperatur des 3D Druckers ist. Über den Button "Control" lässt sich noch der Extruder manuell steuern. Über "GCode Viewer" kannst du dir dann deine Druckdateien anschauen, die du gerade druckst. Währned des Druckvorgangs kannst du dort auch die Live-Ansicht des Drucks beobachten.

Falls du über Kommandos mit deinem Drucker agieren möchtest, gibt es noch eine Terminal Funktion. Zudem kannst du auch noch unter "Timelapses" Videos starten, mit der du tolles Zeitraffervideos deiner Drucke erstellen kannst.

Schau dir auch noch die Einstellungen unter "Printer Profiles" an. Dort kannst du verschiedene 3D Drucker anlegen, kannst aber hier auch deine aktuellen Einstellungen nochmal bearbeiten. Du solltest zum Beispiel hier den Wert der Extrudergeschwindigkeit ändern auf 100. 300 per Default Einstellung ist deutlich zu schnell.

Im "Plugin Manager" kannst du dann zusätzlich noch zahlreiche Erweiterungen kostenlos installieren. Über "Get More..." kannst du weitere nützliche Plugins suchen.

Du findest bei der Plugin-Suche nach "web" zum Beispiel das Plugin "Fullscreen Webcam", mit dem du deine Octoprint Webcam auch im Fullscreen Modus betreiben kannst. Diese Funktion ermöglicht es dir einfach per Doppelklick auf dein Webcam Vorschaubild auf dem ganzen Bildschirm zu vergrößern.

Jetzt musst du eigentlich das System neu starten. Ich möchte aber noch ein Plugin installieren. Von daher suche ich noch mal kurz nach "Z" im Plugin-Manager. Darüber findestt du "DisplayZ Brings back the current Z display in the state of sidebar panel". Auch das ist ein praktisches Octoprint Plugin, welches du einfach per Klick installieren kannst.

Dann startest du das System per "Restart"-Button oben rechts neu. Damit werden alle Änderungen wirksam. Jetzt kannst du ganz einfach per Drag & Drop eine Datei hochladen auf die linke Bildschirmhälfte von Octoprint ziehen, damit sie lokal auf dem Raspberry Pi gespeichert wird.

Wenn du eine Datei auf der rechten Bildschirmhälfte von Octoprint ziehst, wird sie auf der SD-Karte gespeichert. Durch speichern und drucken von der SD-Karte kannst du während des Drucks sehen, wie hoch aktuell dein 3D Druck aufgebaut ist, beziehungsweise kannst generell sehen, wie weit dein 3D Druck schon fortgeschritten ist.

Wenn dein 3D Drucker am Drucken ist, kannst du auch über octopi.local/webcam/?action=stream einen Livestream sehen, worüber du dann verfolgen kannst, wie dein 3D-Drucker gerade druckt. Das ist praktisch, wenn du irgendwo im Haus unterwegs bist und einen kurzen Blick auf deinen 3D Drucker auf deinem Smartphone werfen willst.

Eine weitere Möglichkeit des 3D Druck-Monitorings ist unter dem Reiter "QCode Viewer". Dort findest du eine Ansicht, die dir die Position des Druckkopfs in Echtzeit angibt. Daran kannst du erkennen, an welcher Stelle gerade gedruckt wird.

Schau dir zuletzt noch eine Funktion an, die ich schon kurz angerissen habe. Das ist die Zeitrafferfunktion. Dabei kannst du festlegen, dass zum Beispiel ein 3D Druck überwacht und aufgezeichnet werden soll. Im Anschluss kannst du eine Videodatei mit einer Zeitraffer-Aufnahme deines Drucks herunterladen.

Die Videodatei kannst duganz normal in meinem Videoplayer öffnen. So kannst du einen 3D Druck nochmal ganz in Ruhe als Video nachvollziehen.


Fazit 


Durch die Octoprint Installation gewinnst du viele komfortable Vorteile beim 3D Druck, die ohne Octoprint einfach nicht möglich sind. Solltest du noch kein Octoprint installiert haben, so empfehle ich dir auf jeden Fall dir diese Software einmal anzusehen. Einmal installiert und zum laufen gebracht, wirst du auf Octoprint nicht mehr verzichten wollen.


* = Affiliate Link (3ddruckerlernen.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)

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